9.Kapitel: Portraits

Wie bist du zur Musik gekommen?
Meine Mutter hat mich damals als Kleinkind (3-4 Jahre alt) in den Carl Orff-Kurs zur musikalischen Früherziehung gebracht. Ich kann mich allerdings nur noch an die Fassbrause und den Lolli hinterher erinnern. Die Fassbrause kam wirklich vom Fass und der Humpen war so groß, dass der Inhalt für den Durst und eine zuckersüße Dusche gereicht hat. Später in der Grundschule habe ich dann Blockflöte gelernt so wie alle anderen. So richtig ging es allerdings erst in der Oberschule mit Gitarre los. Alle meine Freunde waren verreist und ich habe mich zu Tode gelangweilt. Ich habe mir in einem An- und Verkauf-Laden von meinem Taschengeld meine erste  Gitarre gekauft. Eine Akustik-Gitarre für 80 Mark. Vom Vorbesitzer war noch der Name in die Decke geritzt, aber das war mir egal – sie war Bezahlbar. Ich habe mir dann in den Sommerferien alle Grundakkorde und ein paar Pickings raufgedrückt. Das Gitarrespielen hat Spaß gemacht, doch dann musste natürlich auch schnell eine E-Gitarre her.
Kannst du dich noch an das erste Konzert erinnern, welches du besucht hast? Wie war das?
Welches das erste war daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es war auf jeden Fall  ein Punkkonzert in Kreuzberg im EX (wenn man mal die Veranstaltungen mit sogenannter ernsthafter Musik weglässt, zu denen einen die Eltern mitgeschliffen haben). Einer hat offiziell bezahlt und die anderen haben dann den Stempel, den man dann dafür bekam, abgemalt. Der Eintritt war zwar aus heutiger Sicht nicht hoch, aber man wollte sich ja auch noch was zu trinken holen. Das war mehr ein Sport und die meisten Bands waren grottenschlecht.
Wie hieß deine erste Band?
Meine erste Band hatte ungefähr 10 verschiedene Namen, 5 Titel (zumindest haben wir sie für richtige Titel erklärt) und keinen einzigen offiziellen Auftritt. Aber die Feten im Proberaum waren eh das Wichtigste!
Wann und mit welcher eigenen Band standest du das erste Mal auf einer richtigen Bühne? Kannst du dich noch daran erinnern wie das war?
Die erste Band mit der ich auf der Bühne stand hieß Lumpazi Vagabundus. Sie zerrten mich damals direkt aus meiner Zimmermannshütte auf die Bühne. Das war 1994 auf dem Potsdamer Platz. Ich spielte zu dieser Zeit schon eine ganze Weile Dudelsack und Schalmei. Damals habe ich mit Puck zusammen einen Zimmereistand auf den Märkten gehabt. Wir bauten die Märkte auf und während des Marktes wurde an unserem Stand immer um die Wette genagelt. Man musste dazu mit der Schneide eines stumpfen Beiles möglichst große Dachsparrennägel in einem Hauklotz versenken. Das Spiel war bei Besuchern und Marktleuten gleichermaßen beliebt, denn der Verlierer musste der ganzen Runde das Bier bezahlen. Und da derjenige der als erster fertig war das Bier holen musste, brauchte man auch nie lange zu warten. Mitmachen durfte jeder.
Wie war dein musikalischer Weg bis hin zu In Extremo? In welchen Bands hast du vorher gespielt?
Bei Lumpazi Vagabundus und Springteufel, beides waren Mittelalter-Gruppen.
Gibt es Veröffentlichungen deiner alten Bands? Gibt es andere Veröffentlichungen, an denen du beteiligt warst? Wenn ja, welche?
Zur damaligen Zeit haben wir noch keine Tonträger aufgenommen. Aber wir haben keine Möglichkeit ausgelassen zu spielen. Wenig geschlafen und viel gelacht.
Deine 3 Lieblingsbands:
Hedningarna, Krupps, The Cure…
Deine 3 Lieblingsplatten:
Dead Can Dance, Clanned “An Diolaim”, Filter “The Algamuth”
Die besten Konzerte, die du besucht hast:
Einstürzende Neubauten war das lauteste, Värtinnä im Pfefferberg das sympathischste und Rammstein war perfekt vom Sound, inszeniert wie ein Theaterstück und dadurch sehr kraftvoll und überzeugend.
Die 3 besten Konzerte, die du selbst gespielt hast (inklusive In Extremo):
„50 Jahre Knaack“ 2002 mit in Extremo in zivil,  auf  der Runneburg mit viel dunklem Bier und das „Dynamo“ 1999.
Deine Lieblingsfilme:
„Am Anfang war das Feuer“, „Fightclub“, billige Kung Fu-Streifen, „Matrix“…
Deine 3 Lieblingsbücher:
„Die Abenteuer des Röde Orm“, „Per Anhalter durch die Galaxy“, „Herr der Ringe“…
Deine 3 Lieblingssongs:
„Kyla vuotti uutta kuuta“ von Värtinä,  „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana und „Temptation“ von The Tea Party.

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