5.Kapitel: 2000 – Über den Wolken

Clauzzen Hernandez ist in der mexikanischen Szene so bekannt wie Götz in unserer. Sie moderiert im mexikanischen Radio eine Gothic- und eine Rock-Sendung, die beide Kultstatus genießen und regelmäßig mehrere Millionen Zuhörer haben. Zudem arbeitet sie seit drei Jahren als Head Of International bei der mexikanischen Niederlassung des In Extremo-Labels „Mercury“.

RH: Was bietet das mexikanische Radio für Rock-Fans?
CH: So gut wie nichts. Bei uns wird überwiegend traditionelle einheimische Musik gespielt. Als internationalen Act bekommt man bestenfalls mal Bon Jovi geboten. Deshalb wollte ich vor 8 Jahren die hiesige Radiolandschaft mit härteren Sounds beleben. Obwohl die Resonanz auf meine Sendung „Gaveta 12“ überwältigend war, stellte der Sender sie vor 4 Jahren ein, weil er dachte, dass er mit Disco-Musik höhere Einschaltquoten und damit mehr Werbeeinnahmen erreicht. Daraufhin gab es mehrere Demonstrationen, wodurch der größte mexikanische Sender Orbita 105,7 aufmerksam wurde und mir ein Angebot unterbreitete. Seitdem mache ich dort 2 Sendungen: Bei „Gaveta 12“ spiele ich nun ausschließlich Dark-Bands wie The Cure, Das Ich, Lacrimosa, Catastrophe Ballet und Moonspell, bei „Indepedentiente“ kommen dagegen modernere Rock-Acts wie Filter, Lard, Ministry oder NIN zum Zuge. (…)
RH: Seit 3 Jahren arbeitest du auch noch bei Mercury/ Universal. Gibt es da keine Interessenkonflikte?
CH: Eigentlich nicht. Ich kannte beispielsweise IN EXTREMO schon vorher vom Wave/Gotik-Treffen, wo sie mich so beeindruckten, dass ich mir sofort alle ihre CDs besorgt habe. „Verehrt und Angespien“ habe ich schon  im Radio gespielt, als noch gar nicht klar war, ob Universal Mexico die Scheibe überhaupt veröffentlichen wird. Ich habe nämlich leider nur die Möglichkeit, Empfehlungen auszusprechen und kann die Veröffentlichungen nicht selbst entscheiden.
RH: Warum hast du trotz der Sprachbarriere geglaubt, dass IN EXTREMO es in Mexiko schaffen können?
CH: Rammstein haben mit ihrem Erfolg Türen für andere deutsche Bands geöffnet. Die Resonanzen auf meine Radioeinsätze von IN EXTREMO waren überwältigend. Ich denke, dass ich als Teil der Szene ein gutes Gespür für das habe, was geht und was nicht.
(Rock Hard 6/ 00)

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